Leasing-        Lexikon
Laufzeit des Leasing-Vertrages
Diese regelt sich nach den steuerlichen Vorschriften und der sinnvollen wirtschaftlichen Nutzungsdauer des Leasing-Objektes. Die Laufzeit darf 40% der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer nach amtlicher linearer AfA nicht unter, und 90% nicht überschreiten (Leasing-Erlasse; Immobilien-Leasing). Dabei ist zu berücksichtigen, daß Leasing-Verträge gemäß den Leasing-Erlassen während der Laufzeit nur in plausiblen Sonderfällen aufgelöst werden können. Hingegen wird die Laufzeit von mindestens 40% der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer im Leasing-Erlaß vom 23.12.1991, über die ertragsteuerliche Behandlung von Teilamortisations-Verträgen bei unbeweglichen Wirtschaftsgütern, nicht mehr erwähnt.
Siehe auch: Kündigungsmöglichkeiten

Laufzeitkongruenz
Die Laufzeit der Leasing-Verträge sollte möglichst kongruent zu den vorgesehenen Nutzungszeiten der Leasing-Objekte gestaltet werden, nach dem Grundsatz "pay as you earn". Dies gilt auch für den Leasing-Geber, der zur Vermeidung von zusätzlichen Zinsrisiken gehalten ist, die Finanzierung der Leasing-Verträge laufzeitkongruent durch Darlehensaufnahme oder Forfaitierung zu organisieren. Damit werden Liquiditäts- und Zinsrisiken minimiert bzw. ausgeschaltet.

Leasing (Herkunft)
Das Wort Leasing ist von dem lateinischen "laxare" - lockern, lösen - abgeleitet, das in das altfranzösische "lais" und das heutige "laisser" (gestatten, erlauben) übergegangen ist. "To lease" (vermieten, verpachten) wird am besten durch das Wort "mieten" erklärt.

Leasing als Absatzinstrument
Viele Hersteller und Händler bedienen sich des Leasing als Mittel der Verkaufsförderung. Leasing anbieten heißt, über den "kleinen Preis" schneller, häufiger und mehr verkaufen. Die Investitionsintervalle werden durch Leasing verkürzt, Rabatt-und Skonto-Diskussionen werden weniger und die Kundenanbindung wird verstärkt. Der Leasing-Kunde muß wiederkommen, der Käufer nicht. Schließlich sichert die systematische Nutzung des Leasing für die Absatzfinanzierung eine regelmäßige "Marktreinigung", die wirksame Verschrottung von Altobjekten und die Kontrolle über die im Markt befindlichen Objekte.

Leasing-Antrag
Soll eine Investition über Leasing realisiert werden, so tritt der Leasing-Nehmer mittels eines Leasing-Antrages an den Leasing-Geber heran. Den Antrag kann der Leasing-Nehmer beim Hersteller/ Händler selbst, sofern es sich um Kooperationen zwischen Hersteller/ Händler und Leasing-Gesellschaft handelt, oder bei einer seiner Wahl entsprechenden Leasing-Gesellschaft erhalten. Das Antragsformular wird soweit erforderlich vom Leasing-Nehmer ausgefüllt und ist Voraussetzung für den anschließenden Leasing-Vertrag.

Leasing-"Dreieck"-Verhältnis
Beim typischen Finanzierungs-Leasinggeschäft sind grundsätzlich drei Parteien beteiligt: der Leasing-Geber der Leasing-Nehmer und der Hersteller bzw. Lieferant. Deshalb spricht man von einem Drei-Parteien-Verhältnis. Die Leasing-Geber schließt mit dem Hersteller/ Lieferanten einen Kauf- und Liefervertrag (bzw. tritt in einen bestehenden Kaufvertrag des Leasing-Nehmers ein) und mit dem Leasing-Nehmer einen Leasing-Vertrag. Verhandlung und Beratung über bzw. zum Leasing-Objekt finden in erster Linie zwischen dem Leasing-Nehmer und dem Hersteller/ Lieferanten statt.
Siehe auch:
Sale-and-lease-back-Vertrag (SALB)

Leasing-Erlasse
Siehe: Erlasse; Zurechnung

Leasing-Fähigkeit
Als "leasingfähig" im Sinne des § 95 BGB bezeichnet man Objekte, die als selbständige materielle Wirtschaftsgüter genutzt werden können, fungibel sind und die Eigenschaft der Drittverwendbarkeit haben.

Leasing-Geber
Als Leasing-Geber wird die Leasing-Gesellschaft - nach dem KWG auch Finanzinstitut -‚ der "verleasende" Hersteller oder die selbst Leasing anbietende Bank bezeichnet, die das Leasing-Objekt dem Leasing-Nehmer zur Nutzung überläßt. Eine gleichartige Bedeutung hat der Begriff "Vermieter". Ist der Leasing-Geber rechtlicher und wirtschaftlicher Eigentümer des Leasing-Objektes, so erfolgt die steuerliche Zurechnung und die Bilanzierung des Leasing-Gegenstandes bei ihm.

Leasing-Bemessungsbasis
Bemessungsbasis für das Leasing-Entgelt sind die vom Leasing-Geber aufgewendeten Gesamt-Investitionskosten, wobei Transport-, Verpackungs- und Montagekosten durchweg gesondert, meist direkt zwischen Lieferant und Leasing-Nehmer, abgerechnet werden.
Siehe auch: Anschaffungskosten, Kalkulation

Leasing-Bedingungen (AGB-Allgemeine Geschäftsbedingungen)
Die AGB sind Grundlage jedes zwischen dem Leasing-Geber und dem Leasing-Nehmer abgeschlossenen Leasing-Vertrages. Sie regeln die gegenseitigen Rechte und Pflichten der Vertragspartner und sollten den Bestimmungen des Gesetzes zur Regelung des Rechts der allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB-Gesetz) vom 09.12.1976 entsprechen. Da zu Beginn des Leasing-Vertrages der Leasing-Geber den größten Teil seiner Leistungen bereits erbracht hat, wogegen der Leasing-Nehmer noch über Jahre zu Geldleistungen verpflichtet ist, sind die Leasing-Bedingungen auf eine Sicherung dieser zukünftigen Ansprüche abgestellt.

Leasing-lnvestitionen
Die Bruttoanlageinvestitionen in Deutschland, die über Leasing finanziert wurden, stiegen von 1989 von ca. 36 Mrd. DM auf 61 Mrd. DM in 1996. Das entspricht einer Leasing-Quote (Anteil der gemieteten Anlagen an den gesamtwirtschaftlichen Investitionen) von 10% in 1989 und 11,5% in 1995, in 1996 überschritt die Quote mit 12,3% erstmals die 12%-Marke. Das Mobilien-Leasing erzielte mit 80-85% Anteil am Gesamtleasing-Markt das weitaus größte Investitionsvolumen getragen vom Kraftfahrzeug-Leasing.
Es dominiert mit mehr als der Hälfte aller Leasing-Investitionen und steht somit (in Reihenfolge) weit vor: Computer-Leasing, Produktionsmaschinen und -anlagen, Nachrichten- und Medizintechnik sowie sonstigen Ausrüstungsgütern. Der Anteil des Immobilien-Leasing erreichte in den neunziger Jahren mit jeweils DM 10 -11 Mrd. eine konstante Größe bei den Leasing-Gesamtinvestitionen.

Leasing-Nehmer
Der Leasing-Nehmer, als Vertragspartner des Leasing-Gebers, least ein Leasing-fähiges Wirtschaftsgut über eine bestimmte Grund-Leasingzeit. Er nutzt das Leasing-Objekt auf der Grundlage des Leasing-Vertrages, welches i.d.R. im rechtlichen und wirtschaftlichen Eigentum des Leasing-Gebers steht. Das Leasing-Objekt ist beim Leasing-Nehmer bilanzneutral und somit der Gewerbesteuer nicht unterworfen. In der Gewinn- und Verlustrechnung des Leasing-Nehmers sind die Leasing-Raten in voller Höhe als Betriebsausgaben absetzbar. Ist der Leasing-Nehmer wirtschaftlicher Eigentümer nach AO § 39 sowie Leasing-Erlaß 19.04.1971, so hat er das Wirtschaftsgut zu aktivieren. Der Leasing-Nehmer kann dann lediglich den Zins- und Kostenanteil als Betriebsausgabe geltend machen.

Leasing-Objekt (Wirtschaftsgut)
Wesentlich für die Beurteilung, ob ein Wirtschaftsgut leasingfähig ist, ist die Fungibilität. Diese ist entscheidend für die Wiederverwertbarkeit eines Leasing-Objektes. Hier gibt es nur noch wenige Investitionsgüter, für die es keinen Markt gibt, die also so speziell sind, daß sie nur von einem bestimmten Unternehmen genutzt werden können. Die Prüfung der Objekt-Qualität (Objekt-Prüfung) - unter Berücksichtigung der zukünftigen Verwertungschancen - spielt bei der Engagement-Beurteilung eine überragende Rolle.
Siehe auch: Spezial-Leasing; Produkt-Leasing; Öko-Leasing

Leasing-Quote
Unter diesem Begriff versteht man den Anteil des Leasing an den gesamtwirtschaftlichen Investitionen bzw. Investitionen eines bestimmten Teilmarktes. Bezogen auf den Anteil des Mobilien-Leasing an den gesamtwirtschaftlichen Ausrüstungsinvestitionen, erhöhte sich die Leasing-Quote von unter 10% in den siebziger Jahren weitgehend kontinuierlich auf ca. 10% Ende der achtziger Jahre (Westdeutschland). In Ostdeutschland erreichte Leasing (dort seit 1990 ebenfalls im Einsatz) bereits in 1992 eine Quote von gut 16% (weitgehend Mobilien-Leasing).
Seit 1994/95 wird eine einheitliche Quote für das gesamte Bundesgebiet ermittelt; in 1996 konnte eine Leasing-Quote von 12,3% registriert werden. Mobilien-Leasing-Quote 18,0% - Immobilien-Leasing-Quote 2,1%.

Leasing-Rechnung
Die meisten Leasing-Unternehmen bzw. Leasing-Nehmer verwenden den Leasing-Vertrag gleichzeitig als Rechnungsbeleg für die laufenden Leasing-Zahlungen. In anderen Fällen wird zu Beginn des Leasing-Vertrages eine gesonderte einmalige Rechnung (Dauerrechnung, Leasingbeginn/ Endrechnung) über die zukünftig fälligen ratierlichen Leasing-Beträge erstellt. Diese ist auch als Nachweis (Urkunde) für den Abzug der Vorsteuer gemäß § 14 UStG zu verwenden.

Leasing-Sonderzahlung
Hierunter versteht man eine insbesondere im KFZ-Leasing mit "Privaten' übliche Zahlung bei Vertragsbeginn, die eine Reduzierung der monatlichen Leasing-Raten sowie eine zusätzliche Besicherung des Leasing-Gebers zur Folge hat. Beim Auto-Leasing kann die Leasing-Sonderzahlung evtl. auch durch lnzahlunggabe eines Gebrauchtwagens geleistet werden.

Leasing-Vermögen
Die Leasing-Gesellschaft trennt die im Anlagevermögen ihrer Bilanz aktivierten Vermögenswerte in zwei große Gruppen. Zum einen wird auf die dem eigenen Gesellschaftszweck dienende Betriebs- und Geschäftsausstattung incl. Geschäftsgebäude u.ä. abgestellt, und zum anderen auf die Vermögenswerte, die als Leasing-Objekte den Leasing-Nehmern überlassen werden. Diese Bilanzierung des Anlagevermögens resultiert aus handelsrechtlichen und steuerlichen Bestimmungen bzw. Richtlinien. Hierbei bemißt sich die Abschreibung des Leasing-Vermögens grundsätzlich nach der amtlichen AfA-Tabelle.

Leasing-Vertrag
Der BGH hat den Finanzierungs-Leasing-Vertrag - unter Berücksichtigung der Leasingvertragstypischen Ausgestaltung als Dauerschuldverhältnis (Dauerschulden) qualifiziert, die in erster Linie nach Mietrecht (§ BGB 535) zu beurteilen sind (BGH-Urteil vom 09.10.1985). Der Leasing-Vertrag sichert in seiner Gestaltung, Durchführung und Handhabung die Position des Leasing-Gebers als rechtlichen und wirtschaftlichen Eigentümer, damit die Leasing-Raten beim Leasing-Nehmer steuerlich als Betriebsausgaben abzugsfähig sind. Finanzbehörden prüfen, ob sich der Leasing-Geber während der Vertragsdauer hinsichtlich der Leasing-Erlasse und der Abgabenordnung § 39 als wirtschaftlicher Eigentümer qualifiziert hat; nur dann ist die steuerliche Zurechnung des Leasing-Objektes beim Leasing-Geber gewährleistet.

Leasing-Vertragsarten
1. Vollamortisations-Vertrag: Beim Vollamortisations-Vertrag deckt die Summe der Leasing-Raten während der Laufzeit sämtliche Anschaffungs- und Herstellungskosten und sonstige Aufwendungen des Leasing-Gebers, einschließlich der Finanzierungskosten und seinen kalkulierten Gewinnanteil.
2. Teilamortisations-Vertrag: Beim Teilamortisations-Vertrag decken die während der Laufzeit zu leistenden Leasing-Raten nicht die gesamten Investitionskosten bzw. den Gewinn des Leasing-Gebers. Es wird bei Leasingbeginn ein bestimmter Restwert festgelegt, der am Ende des Leasing-Vertrages noch erbracht werden muß und dann letztlich zur Vollamortisation führt.
3. Operating-Leasing-Vertrag
4. Kilometer-Leasing-Vertrag
5. Kündbarer Leasing-Vertrag bzw. Kündigungsmöglichkeiten
6. Mietkauf

Leasing-Zahlungen / Leasing-Raten
Die monatliche bzw. vierteljährliche Leasing-Rate wird aus dem Leasingsatz in Prozent der Anschaffungskosten ohne MwSt. berechnet und bleibt in der Regel für die gesamte Laufzeit unverändert. Dadurch wird eine klare, präzise Kalkulation beim Leasing-Nehmer ermöglicht. In die Leasing-Rate können Zusatzleistungen (z.B. Versicherungsprämie für das Leasing-Objekt) eingerechnet werden. In bestimmten Fällen können auch variable Leasing-Raten ("Floating Rates') vereinbart werden, die je nach Entwicklung der Markt-Zinssätze während der Laufzeit verändert werden können (Konversion).

Leistungsstörungen
Hierunter versteht man zum einen Störungen/Unterbrechungen bei der Zahlung der Leasing-Raten durch den Leasing-Nehmer und zum anderen technische Probleme (Funktionsfähigkeit) bei verleasten Objekten. Auch bei Leistungsstörungen der Leasing-Objekte sind die vereinbarten Leasing-Raten in voller Höhe zu bezahlen. Der Leasing-Nehmer ist jedoch in diesem Falle berechtigt und verpflichtet, evtl. Gewährleistungsansprüche gegenüber dem Lieferanten geltend zu machen.

Lieferanten-Kredit
Diese Form der Kreditgewährung, meist mit kurzfristigem Zahlungsziel, stellt keine sinnvolle Alternative zum Leasing dar. Mittel- und langfristige Lieferanten-Kredite sind für den Lieferanten nur mit entsprechender Refinanzierung durch Banken umzusetzen, wobei der Lieferant seinen Kreditspielraum einengt und möglicherweise steuerliche Nachteile im Bereich der Gewerbesteuer in Kauf nehmen muß.
Schließlich bleibt der Lieferant auch im Kredit- und Vertragsobligo, das auch durch Kreditversicherungen nur zu einem Teil abgesichert wird. Alternativen: Kooperationen mit Leasing-Gesellschaften und Absatzfinanzierungsbanken, welche dann als Finanziers oder Leasing-Geber im lnnenverhältnis oder direkt gegenüber dem Kunden auftreten und die Prüfung und Abwicklung sowie das Kreditrisiko der Objektfinanzierung übernehmen.

Lieferung
Bei ordnungsgemäßer und vollständiger Lieferung der funktionstüchtigen Leasing-Objekte beginnt der Leasing-Vertrag und somit die Zahlungspflicht des Leasing-Nehmers. Die Übernahmebestätigung (auch Abnahmebestätigung genannt) ist auf den Tag der Lieferung und ggf. auf den Tag der Inbetriebnahme auszustellen. Bei Vorlage der einschränkungslos vom Leasing-Nehmer rechtsverbindlich unterzeichneten Übernahmebestätigung wird die Rechnung des Lieferanten durch die Leasing-Gesellschaft unverzüglich bezahlt.

Liquidität
Eines der wichtigsten qualitativen Argumente für Leasing heißt Liquidität. Die hundertprozentige Bereitstellung der benötigten lnvestitionsmittel durch Leasing-Unternehmen macht es möglich, daß die Kosten für die Investitionsgüter erst anfallen, wenn diese produzieren und damit durch die erwirtschafteten Erlöse neue Liquidität schöpfen. Leasing hilft demnach Unternehmen bei der sinnvollen Planung und Vorhaltung der notwendigen liquiden Mittel.

LKW-Leasing (Nutzfahrzeug-Leasing)
Siehe: Nutzfahrzeug-Leasing (NFZ-Leasing)
 
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